Renditen aus dem Elfenbeinturm

„Immobilien können weder verloren gehen oder gestohlen noch mitgerissen werden. Mit gesundem Menschenverstand gekauft, vollständig bezahlt und mit angemessener Sorgfalt verwaltet, handelt es sich um die sicherste Investition der Welt.“ Dieser Ausspruch stammt vom 32. US-Präsident Franklin D. Roosevelt. Er zeigt die Wichtigkeit von Immobilien zum Kapitalerhalt und Vermögensaufbau. Nun ist nicht jeder in der Lage, direkt in Immobilien zu investieren. Dafür hat sich die Finanzindustrie eine Reihe von Produkten ausgedacht, um Normalverbraucher den Zugang zu einer Jahrtausende alten Anlageklasse zu ermöglichen. Eine dieser Optionen besteht in der Investition in offene und geschlossene Immobilienvermögen. Negativ in Erscheinung getreten sind immer wieder offene Immobilienfonds (OIF), da sich versuchen, den langfristigen Anlagecharakter von Immobilien mit kurzfristigen Ausstiegs- und Liquiditätsmechanismen zu koppeln. In der Finanzkrise 2008 führte das zu einer Kernschmelze in diesem Segment, was die Abwicklung etlicher OIF zur Folge hatte. Die nun neuerlichen Abwicklungs- und Schließungswellen von OIFs unter dem 2013 eingeführten KAGB zeigen, dass ein veränderter Regulierungsrahmen noch keinen Immobilienfrühling macht und Anlegern nach 2008 erneut horrende Verluste beschert. Vor diesem Hintergrund wirkt eine Studie des IRE|BS (International Real Estate Business School), ein Institut für Immobilienwirtschaft der Universität Regensburg, mehr als verstörend. Sie hebt das geringe Risikoprofil von OIF hervor. Anleger von AXA, SEB, Degi, Morgan Stanley, Wertgrund oder ZBI/Union Investment können ein anderes Lied singen. Trotz aktueller Gerichtsverfahren, die die fehlerhafte Einkategorisierung von OIF in niedrige Risikoklassen zum Gegenstand haben, lehnt Prof. Carsten Herresthal die Rechtsauffassung der Gerichte weiter ab und klebt weiterhin an fehlerhaften Gesamtrisikoindikatoren. Sein Kollege Prof. Sebastian empfiehlt sogar für ein 5 % Anlageergebnis ganze 70% in OIF zu investieren und den Rest in den MSCI World. Statt mit Börsenpreisen zu arbeiten, hantieren die Professoren mit geglätteten Gutachterwerten. Diese Bewertungsmethode steht bei LSI Sachwertanalyse schon seit längerem in der Kritik. Anleger brauchen reale Renditen und nicht modellhafte Renditekonstruktionen. Die Studie des IRE|BS ist eine Retorte aus dem Elfenbeinturm ohne wirklichen Realitätsbezug. Analysen haben zudem ergeben, dass OIF eine durchschnittliche Kostenbelastung von 4,2 % p.a. aufweisen, was die Studienergebnisse des IRE|BS zur Makulatur werden lässt. Nun muss man wissen, dass die IRE|BS von Banken, Sparkassen und Anbietern offener Immobilienfonds gesponsert wird. Ehrlicher wäre es daher gewesen, die Studie als Gefälligkeitsgutachten zu deklarieren und nicht als wissenschaftliche Arbeit. LSI hat schon des Öfteren darauf hingewiesen, dass geschlossene Fondsvermögen den offenen Strukturen haushoch überlegen sind. Um eine Rendite von 5 % zu erzielen, sollten Anleger lieber in den Fonds Technologiezentrum Berlin von Paribus investieren, als den Professoren aus Regensburg auf dem Leim zu gehen. Neben einem ESG-konformen Gebäude in sehr guter Lage mit einem renommierten Mieter, Top-Bonität und 6 % laufender Ausschüttung, hätte selbst Franklin D. Roosevelt seine wahre Freude gehabt.

 

Loggen Sie sich ein, um weitere Inhalte zu sehen oder informieren Sie sich über die Log-In-Zugänge.

>> zum Preis- & Leistungsverzeichnis