DER Minenräumer im Sachwert- und Finanzmarkt

Research

Um beurteilen zu können, ob ein Kapitalanlageprodukt überhaupt investitionswürdig ist, muss zunächst einmal das Marktumfeld genauestens analysiert werden, in dem es sich bewegt. Unserem Prüfungsprozess folgend (siehe Rubrik: „Analysen“) muss neben der Kompetenz und Qualität des Managements ebenso und vorab der Zielinvestitionsmarkt umfassend abgeprüft werden. Es sind jeweils die Chancen- und Risikotreiber genaustens zu analysieren. Eine oberflächliche, rein marketinggetriebene Betrachtungsweise ist hier nicht hilfreich. Die nachfolgenden Rubrikpunkte werfen jeweils einen kritischen Blick auf die jeweilige Anlageklasse und fordern zum genauen Hinschauen auf!

Investition in Agrar- bzw. Forstflächen gehören zweifelsfrei zu einer der nachhaltigsten Ausgestaltungsformen grüner Kapitalanlagen. Während Investitionen in Agrarflächen für die Produktion von Lebensmittel Verwendung finden können, produziert ein Forstinvestment primär den Werk- und Baustoff sowie Energielieferanten Holz. Darüber hinaus können insbesondere Investitionen in Forstflächen zur Erhaltung der Biodiversität, zur Schaffung neuer Lebensräume für Tiere und Pflanzen, zur Bodenfruchtbarkeit und vor allem zur Bindung von CO2 erheblich beitragen.

Auf der anderen Seite bedarf es bei der Bewirtschaftung der Flächen und noch mehr bei der eventuellen An- und Neupflanzung eines spezifischen Wissens, geeignetes Pflanzenmaterial, ausfinanzierte und gut organisierte Bewirtschaftungspläne sowie eine geeignete Ernte- und Absatzstrategie. Gerade im Bereich von Forstinvestments, entweder in Form der Anpflanzung und Aufzucht von Plantagenbäumen oder in Form des Erwerbes ganzer Waldgebiete hat sich immer wieder gezeigt, dass diese Assetklasse vermehr störanfällig sind. Ursachen sind die Nichtbeachtung der gerade aufgeführten Punkte aber auch klimatische Störfaktoren, mangelhaft geklärte Eigentums- und Besitzfragen, allgemeine Managementfehler sowie Absatzschwierigkeiten. Vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels ist vor allem das Thema der Bewässerung ein zentraler Analysepunkt.

Höchste Aufmerksamkeit ist zudem geboten, wenn ein Kapitalanlageprodukt in diesem Segment auf eine reine Bodenpreisspekulation ausgerichtet ist. In diesem Fall gerät der nachhaltige Gedanken in den Hintergrund, da (begrenzt) verfügbares Land als reine Ware angesehen wird, die in einem solchen Fall nicht selten der Primärproduktion entzogen wird. Darüber hinaus stellen sich die erhofften/erwarteten Bodenpreissteigerungen nicht in jedem Fall ein bzw. sind mit viel Unsicherheit behaftet.

Gerade im Vergleich zu den hier anderweitig vorgestellten Assetklassen ist die Investition in die Agrar / Forstwirtschaft eines der schwierigsten Unterfangen. Zahlreiche gescheiterte Projekte untermauern diese These. Leider werden in den Marketingunterlagen oftmals die Risiken nicht ehrlich benannt und zu sehr der grüne Aspekt in den Vordergrund gestellt. Teilweise wird auch bewusstes Greenwashing betrieben und der Appell ans ökologische Gewissen gezielt missbraucht. Insbesondere eine nicht klar konzeptionierte und ausfinanzierte Bewirtschaftungsstrategie, die sich in diesem Anlagesegment nicht selten über ein Jahrzehnt ohne zwischenzeitliche nennenswerte Rückflüsse hinziehen kann, kann für den nachhaltig agierenden Investor in einem Restrukturierungsfall enden (siehe Rubrik: „Anlegerrettung/Forensik“). Häufig wird der konzeptionelle Fehler begangen, zu früh Ausschüttungen aus einer traditionell langfristigen Assetklasse vorzunehmen, wofür die Investitionsobjekte nicht gedacht sind.

LSI Sachwertanalyse betreibt seit vielen Jahren ein tiefgehendes und sehr breites Research zur Agrar- und Forstwirtschaft und hält diesbezüglich ein sehr großes Archiv vor. Materialien zu beiden Bereichen und ein sehr umfangreicher Prüfkatalog im Bereich Forstinvestment sind vollständige im Login-Bereich abrufbar.

Internationale Arbeitsteilung und weltweite Warenströme sind heutzutage fester Bestandteil des modernen Wirtschaftslebens und nicht mehr wegzudenken. Für den globalen Austausch von Waren ist der Transport zu Land, zu Wasser, zu Luft oder auf der Schiene denkbar. Unabhängig vom jeweiligen Verkehrsträger haben sich als standardisiertes Transportbehältnis Container in den unterschiedlichsten Ausgestaltungsformen durchgesetzt. Neben der internationalen Normierung, ihrer einfachen Handhabung und problemlosen Verkehrsträgerwechsel werden weiterhin auf der ganzen Welt Infrastruktureinrichtungen für deren Umschlag vorgehalten. Die große Nachfrage nach Transportbehältnissen und deren universelle und robuste Einsatzfähigkeit ermöglichen dem Investor sich an Logistikequipment zu beteiligen. In Europa hat sich zudem der Wechselkoffer als normiertes Transportbehältnis für den Einsatz in der Kurier- Express- und Paketlogistik etabliert. Anders als Container sind diese für den effizienten Transport von Europaletten ausgelegt und können dank ihrer vier Stützfüße unabhängig vom Trägerfahrzeug ortsunabhängig abgestellt werden.

In der Regel wird die Beteiligung an Containern und Wechselkoffern als klassisches Vermietungsmodell angeboten, weshalb der Investor einen Tages-, Wochen- oder Monatssatz für die Überlassung des Transportbehältnisses erhält. Damit hängt der wirtschaftliche Erfolg für einen Investor denklogisch von der Bonität des Anbieters, von der Auslastung des Logistikmaterials sowie seiner Ertragsgenerierungskraft ab. Da der Einsatz von Containern global und der von Wechselkoffern europaweit universell und standardisiert von statten geht, ist es zwingend notwendig zu überprüfen, ob die Marktstellung wie auch die wirtschaftliche Solidität des Mieters hinreichend gefestigt sind. Weiterhin ist zu analysieren, ob das Logistikunternehmen ein eigenes Container- bzw. Wechselkofferflottenmanagement betreibt oder wie stark man sich externer Partner bei der Bewirtschaftung des Logistikmaterials bedient. Je nach Ausgestaltungsgrad sind die einzelnen Ebenen genaustens zu analysieren.

Auf Grund der Tatsache, dass es sich bei der Vermietung von Logistikequipment um einen weltweit standardisierten Prozess handelt, ist auch immer das nähere Wettbewerbsumfeld zu analysieren. Da die Auslastung in aller Regel vom Welthandel abhängig ist, sollten ebenso Szenarioanalysen durchgespielt werden, die die Solidität des Logistikunternehmens auch in Zeiten geringeren Warenaustausches zum Gegenstand haben. Nicht zuletzt sollte dahingehend eine Prognose abgegeben werden, ob der Logistikanbieter eine langfristige und konkurrenzfähige Marktstellung einnehmen kann.

In der Vergangenheit hat sich zudem gezeigt, dass die Eigentumszuordnung der von Anlegern erworbenen Logistikausrüstungsgegenständen teilweise problematisch war. Durch den permanenten und weltweiten Einsatz sowie einer marktüblichen Transportverlustrate ist nicht immer ganz nachvollziehbar, wie groß sich der Containerbestand des Verwenders tatsächlich gestaltet. Da Wechselkoffer fast ausschließlich auf dem europäischen Landweg transportiert werden, ist hier das Verlustrisiko wesentlich geringer. Auf jeden Fall sollten Anleger die Frage des Eigentumsnachweises bzw. die Nachverfolgbarkeit ihrer jeweiligen Transportbox im Vorfeld genauestens abprüfen.

LSI Sachwertanalyse betreibt seit vielen Jahren eine Container- und Wechselkofferdatenbank sowie ein sehr breit angelegtes Research und hält diesbezüglich ein Archiv vor. Sämtliche Materialien sind vollständig im Login-Bereich abrufbar.

Beflügelt von einer breit verankerten Umwelt- und Klimadebatte rückt auch der Umbau der bisherigen Energieerzeugung hin zu einem ökologischeren Modell immer tiefer ins Bewusstsein. Anleger können davon durch eine Investition in Erneuerbare Energien profitieren und gleichzeitig ökologische Ziele verwirklichen. Zur Auswahl stehen verschiedene Arten nachhaltiger Energiegewinnungsformen und unterschiedliche Partizipationsmöglichkeiten. Bereits mit kleinen Anlagesummen lässt sich die dezentrale, umweltfreundliche und emissionsarme Energieerzeugung verwirklichen.

Aber auch hier ist vor dem Investitionsbeginn größere Sorgfalt walten zu lassen. Häufiger konnte schon beobachtet werden, dass unter dem Deckmantel des nachhaltigen Investierens bzw. dem Aufruf an das grüne Gewissen Kapitalanlageofferten unterbreitet worden sind, die den nachhaltigen Trend lediglich als Marketinginstrument benutzen, in Teilen gezielt missbrauchen. Teilweise warten einige Initiatoren mit zu viel weltanschaulichem Idealismus denn praktischer Assetmanagement-Kompetenz und Erfahrung auf, so dass deren Projekte sich schon mal in der Insolvenz wiederfinden.

Da Projekte aus dem Erneuerbaren Energien Bereich häufig von staatliche festgelegten, man könnte auch sagen subventionierten Einspeisetarifen abhängig sind, muss vor einer Investitionsentscheidung zwingend die Solidität und Finanzierung dieses Systems abgeprüft werden. Insbesondere juristische Aspekte müssen bei nachhaltigen Projekten verstärkt betrachtetet werden. Beispielsweise sollten die Punkte allgemeine Rechtssicherheit, nachträgliche Kürzung von Einspeisetarifen, Verlässlichkeit der öffentlichen Verwaltung, Betriebsgenehmigungen, Einspeise- und Abnahmegarantie, etc. vorab untersucht und kritisch bewertet werden. Hier hat es insbesondere auf dem europäischen Kontinent bereits schon unschöne Überraschungen mit rückwirkenden Kürzungseffekten gegeben.

Darüber hinaus sind einige nachhaltige Energieerzeugungsformen von physischen Inputfaktoren abhängig. So sind etwa bei Wasserkraftwerken die Wasserentnahmerechte der Höhe und der Dauer nach zu betrachten und im Bereich von Biomassekraftwerke die Sicherstellung der Rohstoffversorgung zu analysieren. Anders wie gelegentlich dargestellt ist die Investition in erneuerbare Energieerzeugungsformen nicht zwangsläufig ein Selbstläufer. Insbesondere im Wasserkraftwerksbereich und bei Biomassekraftwerken gab es in der Vergangenheit immer wieder Störfaktoren bis hin zu Insolvenzen.

LSI Sachwertanalyse betreibt seit vielen Jahren ein tiefgehendes und sehr breites Research zu den einzelnen Sub-Energiemärkten und hält diesbezüglich ein sehr großes Archiv vor. Materialien zu den nachhaltigen Energieerzeugungsarten Photovoltaik, Wind und Wasser sind vollständig im Login-Bereich abrufbar.

Die Investition in Luftfahrzeuge ist vielfach auch eine stark emotional besetzte Thematik, ist der Mensch doch seit jeher vom Fliegen fasziniert. Und in der Tat steht der Lufttransport für grenzenlose Freiheit und ist ein Sinnbild der Globalisierung und des internationalen Warenaustausches. Weltweit gesehen hat der Flugverkehr in den letzten Dekaden enorm zugenommen, was sich insbesondere auch an den Neueröffnungen von Flughäfen insbesondere im asiatischen Raum ablesen lässt. Auch der langfristige Blick auf das Fracht- und Passagieraufkommen zeigt ein beeindruckende Wachstumsstory der Luftfahrtindustrie. Selbst krisenbedingte Einbrüche konnten in der Vergangenheit in relativ kurzer Zeit wieder aufgeholt und überkompensiert werden. Aus diesem Grund sind nahezu jährlich positive Wachstumsraten zu verzeichnen gewesen. Der Privatanleger hat die Möglichkeit mittels Investitionen in Regionalflugzeuge, Mittelstreckenmaschinen, Großraummaschinen wie auch Frachtflugzeuge von diesem Wachstum zu partizipieren.  Zumal hier teils sehr auskömmliche Leasingraten gezahlt werden und gute Eigenkapitalrenditen zu erwarten sind.

In diesem Zusammenhang muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass es sich bei einem Flugzeuginvestment um ein sog. Betreibermodell handelt. Der wirtschaftliche Erfolg ist demnach direkt von der Bonität des Betreibers, sprich der Airline, abhängig. Daher ist es keinesfalls ausreichend, nur auf die Marktgängigkeit des zu investierenden Flugzeugtyps zu achten. Eine positive Investitionsentwicklung ist demnach direkt von der Bonität der Airline abhängig. Daher ist es keinesfalls ausreichend, nur auf die Marktgängigkeit des zu investierenden Flugzeugtyps zu achten. Vielmehr muss die wirtschaftliche Solidität, das jeweilige Geschäftsmodell, die Marktstellung wie auch das Flottenmanagement der Airline eingehender analysiert werden. Bei Investitionspräsentationen kommen diese wichtigen Punkte gelegentlich zu kurz. Auf Grund der langfristigen Natur der Leasingverträge sollten zwingend Szenarioanalysen entwickelt werden, die die Solidität einer Airline auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten betrachtet. Das Ergebnis der Analyse sollte einen hinreichenden Wahrscheinlichkeitswert für die Erfüllung der Verträge liefern. Auch sollte die mögliche Änderung des Streckennetzes wie auch die Einbettung in unterschiedlich starke Flugverkehrs-Allianzen im Blick behalten werden. Sich hier abzeichnende gravierende Veränderungen können ein Hinweis auf Strukturbrüche sein, die im schlimmsten Fall zu Marktbereinigungen führt.

Auch sollte zwingend abgeprüft werden, ob sich eine Airline am Markt eindeutig positioniert hat, um den Kundenerwartungen gerecht zu werden. In der Vergangenheit konnte die Beobachtung gemacht werden, dass eine mangelhafte Geschäftsstrategie durchaus zur Insolvenz einer Airline führen kann. Vorsicht ist auch in solchen Märkten / Länden geboten, die von erheblicher staatlicher Einflussnahme und / oder von Subventionen für nationale Fluggesellschaften geprägt sind: hier könnten sich vielfach Unwägbarkeiten und Risiken für (ausländische) Airlines ergeben. Da es sich bei Flugzeugen um technische Anlagegüter handelt, ist auch zwingend der technische Fortschritt zu berücksichtigen. Weiterentwicklungen und Effizienzsteigerungen, auch bei Konkurrenzmodellen, haben eine direkten Einfluss auf die Restwertstabilität und damit auf den Verkaufspreis eines Flugzeuges. Da die Gesamtrendite nicht selten von einem guten Exit abhängt, ist dieser Punkt besonders genau zu betrachten. Und ebenso die Entwicklung des US-$, da der globale Luftverkehrsmarkt in dieser Währung abgerechnet wird.

LSI betreibt seit vielen Jahren ein umfangreiches Research zum Luftverkehrsmarkt, welches im Login-Bereich abrufbar ist.

Von jeher ist der Immobiliensektor auf Grund seiner unterschiedlichen Nutzungsarten ein sehr vielfältiges und interessantes Investitionsfeld. Dem Kapitalanleger bieten sich hier sehr vielfältige Investitionsmöglichkeiten. Hierbei fällt häufig auch der Begriff des sogenannten Betongoldes. Bei guter Bewirtschaftung kann der Investor einen regelmäßigen Einnahmenstrom erzielen, der sich im besten Falle aus Mietern aus unterschiedlichen Branchen und guten Bonitäten oder aus einer Vielzahl von privaten Wohnungsmietern speist. Ebenfalls kann ein Immobilieninvestor im Zeitablauf von Boden- und Marktpreissteigerungen profitieren und von Nachfrageüberhängen gezielt profitieren.

Allzu oft wird allerdings übersehen, dass eine Beteiligung an einer oder mehrerer Immobilien mit Bedacht vorgenommen werden muss. Neben der Wahl des Standortes sind zwingend die Wert- und Risikotreiber der spezifischen Nutzungsart eingehender zu studieren. Auch das häufig gehörte Immobilienmantra von „Lage, Lage, Lage“ ist zu kurz gegriffen und zu oberflächlich. Veränderungen der lokalen Infrastruktur, Wanderungsbewegungen, Ausfall wichtiger Arbeitgeber oder exogene Schocks können nämlich zu einer signifikanten Standortverschlechterung und damit zu einem Preisverfall führen. Daher sollte das plakative Immobilieninvestitionsmantra durch die Schlagworte Makrolage, Mikrolage, Gebäudeerhaltungszustand, Nutzungsart und Standortzukunftsfähigkeit ersetzt werden. Tiefgehende Analysen haben das Potenzial, lokale Standortverschlechterungen frühzeitig zu identifizieren und die Anforderungen an einzelne Nutzungsarten klar zu umreißen.

Weiterhin muss eine Liegenschaft zwingend über ihren Lebenszyklus marktgängig gehalten werden. Die reine Investition in Betongold ohne die kontinuierliche Pflege, Instandhaltung, Renovierung und etwaige Substanzverbesserung kann im Zeitablauf zu einer Problemimmobilie werden. Auch sollte nicht darauf spekuliert werden, dass die Marktpreisentwicklung immer nur aufwärts geht. Die reine Spekulation auf eine Verteuerung der Anlageimmobilie ohne wertschöpfende Elemente wie etwa Ausbauten, Sanierungen, Mieterstrukturoptimierung etc. ist ein tendenziell risikoreicheres Unterfangen. Nicht zuletzt sollte bei einer Immobilieninvestition auch ein rezessives oder stagnierendes Szenario in der Renditeerwartungsplanung mit einbezogen werden.

Gerade bei vermeintlich sicheren Direktinvestments in Eigentumswohnungen und Zinshäusern (siehe Rubrik: „Analysen > Direktinvestmentcheck“), möglicherweise garniert mit steuerlichen Effekten, erfüllen sich so manche Erwartungen nicht immer, die im schlimmsten Fall zum Restrukturierungs- und Abwicklungsfall mutieren können. Bei dieser Form der Investitionsdurchführung sollte der Investor im Vorfeld das Szenario des Mieterausfalls und des Ausfalls wichtiger Vertragspartner wie etwa der Hausverwaltung durchspielen. Zudem sollte sich jeder Investor bei einem Immobiliendirektinvestment über den mitzubringenden Zeitaufwand und die zu bildenden Rückstellungen im Klaren sein.

LSI Sachwertanalyse betreibt seit vielen Jahren ein tiefgehendes und sehr breites Research zu den einzelnen Sub-Immobilienmärkten und hält diesbezüglich ein sehr großes Archiv vor. Materialien zu den einzelnen Immobilienteilmärkten Wohnen, Büro, Einzelhandel, Pflege, Logistik, Hotel sowie deutsche Städtevergleiche und US-Immobilien sind vollständige im Login-Bereich abrufbar.

Eine belastbare und gut funktionierende Infrastruktur ist das Rückgrat einer jeden modernen Volkswirtschaft. Ohne ein gut ausgebautes Straßen- und Schienennetz, Flughäfen aber auch Gesundheitseinrichtungen oder Telekommunikationsnetze kann die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stärke eines Landes nicht zum Tragen kommen. Investitionen in Infrastruktur tragen somit einen erheblichen Teil zur sog. Daseinsvorsorge bei. Infrastruktureinrichtungen ist es inhärent, dass sie mitunter täglich genutzt und damit gebraucht werden. Eine wachsende Weltbevölkerung bedeutet weiterhin einen weiteren Investitions- und Erneuerungsbedarf in Infrastruktureinrichtungen.

Auf Grund der Nutzungsfrequenz von Infrastruktureinrichtungen kann auch mit einem konstanten und langjährigen Einnahmenstrom etwa über Mautgebühren, Nutzungskonzessionen oder Beiträgen für Sozialeinrichtungen kalkuliert werden. Anleger haben hier die Möglichkeit, eine weitestgehend konjunkturunabhängige Investitionsalternative zu wählen und die Verstetigung eines Einnahmestroms zu erreichen.

Insbesondere bei Netzinfrastruktureinrichtungen wie Wasser-, Kanal-, Strom- oder Gasnetzen gibt es häufig nur ein vorherrschendes System und, auf Grund der meist (sehr) hohen Investitionskosten, keine parallelen Strukturen, weswegen eine gewisse Netzabhängigkeit und -gebundenheit gegeben ist. Die Endnutzer solcher Systeme haben oftmals keine Wechselmöglichkeit und an den Betreiber gebunden.  

Nicht selten sind die monetären Vergütungsquellen für Infrastruktureinrichtungen staatlichen Ursprungs. Dadurch ergibt sich eine gewissen Unabhängigkeit von der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung, allerdings sind diese Geldströme nicht selten von der aktuellen Regierung abhängig und politischer Einflussnahme ausgesetzt. Trotz langfristiger Zusagen konnte in der Vergangenheit schon häufig die Beobachtung gemacht werden, dass Vergütungstarife -auch rückwirkend- in relativ rascher Zeit geändert worden sind. Da es sich bei Infrastruktureinrichtungen um volumenmäßig hohe Investitionen handelt und diese sehr häufig ortsgebunden sind, kann auf sich veränderte Rahmenbedingungen nur sehr schwer oder gar nicht reagiert werden. Auf Grund des technischen Fortschrittes können in einigen Fällen gewisse Infrastruktureinrichtungen obsolet werden. In jedem Fall hat dies gravierende Auswirkungen auf die Werthaltigkeit des Projektes. Der geneigte Investor muss sich gerade bei kritischen Versorgungseinrichtungen bewusst sein, dass eine spätere Veräußerung nicht an jeden Erwerber möglich ist und die Politik hier meistens gewichtig Einfluss nimmt. Sollten Infrastrukturprojekte mit Köpfen aus der öffentlichen Verwaltung oder mit Berufspolitikern besetzt sein, müssen sich Anleger dessen bewusst sein, dass nicht immer die optimalsten und rationalsten Entscheidungen getroffen werden, da auch noch andere Entscheidungsparameter mit einfließen. Insbesondere Wiederwahlen als auch Wählerversprechen können Infrastrukturinvestments teilweise erheblich beeinflussen.

 

LSI betreibt seit vielen Jahren ein umfangreiches Research zum Thema Infrastruktur, welches im Login-Bereich abrufbar ist.

Ausschließlich im Login-Bereich verfügbar.

Anleger haben die Möglichkeit sich mittels Private-Equity-Fonds direkt an ausgewählten nicht-börsennotierten Unternehmen zu beteiligen oder über eine sog. Dachfondsstruktur sich an anderen Private-Equity-Zielfonds zu beteiligen (sog. Dachfondslösungen), die wiederum in eine Vielzahl an Unternehmen investieren. Daher kommt dem Zielfonds- bzw. Unternehmensauswahlprozess eine entschiedene Rolle zu; dieser sollte etabliert, langjährig praxiserprobt und renditemäßig erfolgversprechend ausfallen. Gelegentlich ist die Beobachtung zu machen, dass Anbieter den Begriff des Private Equity zu stark mystifizieren und Anlegern eine Auswahlkompetenz vorspiegeln, die in Wahrheit nicht gegeben ist. Bedingt durch die Niedrigzinspolitik in Industrieländern ist in den letzten Jahren die Beobachtung zu machen, dass auch das Investitionsumfeld rund um nicht börsennotierte Unternehmen unter Druck geraten ist, was sich ansteigenden Einkaufsfaktoren ausmachen lässt. Vor diesem Hintergrund ist es generell wichtig, einen verlässlichen und dauerhaften Zugangsweg zu haben, um die Möglichkeit des (Mit-) Investierens zu bekommen. Typischerweise ist es auch so, dass zu Beginn nicht die komplette Investitionssumme benötigt wird, sondern ein phasenweise Kapitalabruf erfolgt, was diesbezüglich einer intelligenten Cash-Management bedarf. Daneben sollte auch beachtet werden, ob der Anbieter gerade bei Dachfondslösungen über eine moderate Kostenstruktur verfügt, damit eine auskömmliche Rendite beim Anleger ankommt.

Was die Ertragsgenerierung anbelangt muss sich der PE-Fonds der Zielfonds zwingend auf bestimmte Sektoren und Unternehmensgrößen spezialisieren, um langfristig erfolgreich zu sein. Anleger sollten vorab prüfen, ob die PE-Strategie auf eine aktive Unternehmensweiterentwicklung und Wertschöpfungsstrategie beruht oder als eine reine Finanzinvestition ausgestaltet ist. Im letzteren Fall könnte insbesondere durch die Aufnahme von Krediten, insbesondere zu Ausschüttungszwecken die Substanz der Unternehmen angegriffen und diese geschwächt werden. Der PE-Fonds sollte den Anlegern vor Investitionsentscheidungen mitteilen, welche konkrete Wertschöpfungshebel bewegt werden und wie ein mögliches Exitszenrio bei vorab festgelegten Zielwerten aussehen kann. Hierzu bedarf es einer nachprüfbaren Managementkompetenz, die vorab genaustens analysiert werden sollte. Negative Abweichungen lassen sich meistens auf diesem Punkt zurückzuführen. Zudem ist zu beachten, dass sich bei Weitem nicht jedes Zielunternehmen derart entwickelt, wie anfänglich prognostiziert und ggf. mit Verlust / unter Einstandspreis zu verkaufen ist. Bei PE-Fonds, die direkt in Unternehmen investieren, kann das zu Verwerfungen führen.

LSI betreibt seit vielen Jahren ein umfangreiches Research zum Private Equity Markt, welches im Login-Bereich abrufbar ist.

Die Anlagemöglichkeit in Schienenfahrzeuge, also in Lokomotiven und Waggons, ist auf Grund des relativ geringen Emissionsausstoßes im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern ein positiv besetztes Investitionsfeld. Daher wird diese Transportmittel sehr häufig auch von politischer Seite gefördert und unterstützt. Insbesondere in den größten Volkswirtschaften der Welt wird strak auf den Eisenbahntransport gesetzt. Insbesondere China hat in der Vergangenheit gewaltige Investitionen in das Eisenbahnnetz und den Fuhrpark vorgenommen. Aber auch Europa kann ein weitverzweigtes und gut ausgebautes Schienennetz vorweisen, befindet sich hier doch auch die Wiege des Eisenbahnbaus.

Viele Millionen Pendler benutzen tagtägliche dieses sehr sichere Fortbewegungsmittel, welches einen großen Beitrag zur Entlastung der Straßen beisteuert. Und auch die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene findet einen breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens; insbesondere, wenn es und den Transport von Gefahrgütern geht. Aber auch im Intermodalverkehr ist die Bahn ein geeigneter Verkehrsträger, da der Umschlag im Wechselspiel mit LKW oder Schiff relativ problemlos möglich ist. Durch die unterschiedliche Ausgestaltung von Güterwaggons ist der Transport von festem, flüssigem oder losen, gasförmigen Gütern möglich.

Anleger bieten sich somit die Möglichkeit, in unterschiedlichen Waggonarten zu investieren. Auf Grund der noch überschaubaren Investitionshöhe kann der Güterwaggonerwerb im Zuge eines Direktinvestments erfolgen. Im Lokomotivbereich ist dies eher die Ausnahme. Hier bietet sich eine Fondslösung an, um breit gestreut an einer Vielzahl unterschiedlicher Lokomotiven zu partizipieren. Zur Auswahl stehen Diesellokomotiven als auch umweltfreundliche Elektrolokomotiven, die entweder im Rangier- oder Streckendienst eingesetzt werden oder eine Mischfunktion wahrnehmen. Auch ist der reine Investitionsfokus auf den Personennah- und Fernverkehr möglich.

Zu beachten ist allerdings, dass Lokomotiven als technische Investitionsgüter einem technischen Wandel unterliegen. So ist den Anforderungen des Maklers an Energieeffizienz, Energieverbrauch und Zugkraft Rechnung zu tragen. Auch ergeben sich von Zeit zur Zeit neue Anforderungen aus eisenbahnrechtlichen Bestimmungen, wie etwa neue Zugsicherungssysteme oder der Einbau von Dieselpartikelfiltern bei Diesellokomotiven. Diese Nachrüstungen können zu unvorhergesehenen Ausgaben führen, die zur Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit des Rollmaterials allerdings zwingend vorzunehmen sind. Dies und eine regelmäßige, fachmännische Wartung haben einen direkten Einfluss auf den erzielbaren Verkaufswert und damit auf die Gesamtrendite.

Da sowohl Lokomotiven als auch Waggons im besten Falle langfristig an ein Eisenbahnunternehmen (privat oder staatlich) vermietet werden, ist besonders auf die Bonität des Mieters abzustellen. Gerade private Schienenanbieter sollten über gefestigte Marktstellung und langfristig gesicherten Zugang zum Streckennetz durch ausfinanzierte Trassenentgelte verfügen, wobei die Überlebensrate/ -wahrscheinlichkeit auch bei einer Erhöhung und verschärften Wettbewerbsbedingungen noch hinreichend hoch sein sollte. Bei staatlichen Mietern besteht die Gefahr des Preisdiktats und der politischen Einflussnahme. Generell ist zu bedenken, dass Rollmaterial nicht weltweit, auch auf Grund unterschiedlicher Spurweiten eingesetzt werden kann und die Attraktivität der Vermietung auch immer von dem Ausbaustand, der Größe, der Wartung und Instandhaltung des Streckennetzes abhängt.

LSI betreibt seit vielen Jahren ein umfangreiches Research zu Schienenfahrzeugen, welches im Login-Bereich abrufbar ist.

Der globale Warenaustausch wird heutzutage insbesondere über den Einsatz von Schiffen ermöglicht und bietet Anlegern die Möglichkeit, hieran durch Investitionen in unterschiedliche Schiffstypen zu partizipieren. Auch die Personenschifffahrt, sei es in Form von Kreuz- oder Flussfahrtschiffen, steht in der Gunst von Reisenden und Investoren weit oben. Mit Hilfe eines Schiffes lassen sich, im Vergleich zu anderen Transportmitteln, sehr große Mengen an Güter und Personen transportieren. Insbesondere im Frachtschiffbereich kann durch den Einsatz von standardisierten Containern eine effiziente und weltweile Handelslogistik betrieben werden. Durch standardisierte Logistikprozesse und Hafenanlagen auf der ganzen Welt sind Schiffe global einsetzbar.  

Dem Investor bietet sich im Frachtschiffbereich die Möglichkeit sich an Containerschiffen unterschiedlicher Größenordnung, Massengutfrachtern (Bulkern), Tankschiffen, Autotransportschiffen, Versorgungsschiffen oder auch Spezialschiffen zu beteiligen. Ein diesbezügliches Investment bedeutet Teil einer (globalen) Logistikkette zu sein und hierfür einen wichtigen Beitrag zu leisten. Auch eine Schiffsmix wäre als Investition vorstellbar, um so an unterschiedlichen Industriezweigen und Nachfragemärkten zu partizipieren. Eine unkorrelierte Ergänzung hierzu stellt der Freizeitsektor da, der im maritimen Bereich über Flussschiffe, Hochseekreuzer und Ausflugsdampfer abgebildet wird.  

Auch wenn die Schiffstechnik eine langjährig ausgereifte ist, so ergeben sich -gerade was die Optimierung und die Reduzierung des Treibstoffverbrauches anbelangt- immer wieder technische Fortschritte sowie bautechnische Schiffsrumpfverbesserung. Ebenso wird an dem teilweise bzw. vollständigen Ersatz von Schiffsdiesel geforscht, was dazu führen wird, dass in der langfristigen Betrachtung ineffiziente und umweltbelastende Schiffe aus dem Markt ausscheiden (müssen). Dieser Umstand ist für das Verkaufsszenario von entscheidender Bedeutung.

Viel genauer, und dies ist von mancher Reedereien in der Vergangenheit nicht aufmerksam genug verfolgt worden, sind die bautechnischen Veränderungen am Panama- und Suez-Kanal. Es handelt sich hierbei um zwei wichtige Schiffspassagen zwischen dem Pazifik und dem Atlantik bzw. dem Roten Meer und dem Mittelmeer.

 

LSI betreibt seit vielen Jahren ein umfangreiches Research zum Schiffsmarkt, welches im Login-Bereich abrufbar ist.

Das Google oder Amazon von Morgen entdecken ist wohl der Wunsch von so manchem Investor. Sich frühzeitig an aussichtsreichen Unternehmen zu beteiligen ist der Schlüssel für sehr hohe Kapitalzuwachsraten. Da naturgemäß noch keine Historie, vielfach nicht einmal belastbare Umsatzzahlen vorliegen, handelt es sich bei der Frühphasenfinanzierung von Unternehmen um Venture Capital, also Wagniskapital. Über diesen Investitionszweig ist es möglich, sich an Start-Ups zu beteiligen und das Unternehmenswachstum zu fördern. Im Erfolgsfall

Während bei Private Equity ein verlässlicher und dauerhafter Zugangsweg entscheidend ist, ist im Venture Capital Bereich genau das Gegenteil von Nöten, nämlich die stringente Filterung von unzähligen Geschäftsideen und Business Plänen. Ansonsten läuft man Gefahr, ein unübersichtliches und am Ende nicht mehr beherrschbares Sammelsurium an Kleinstfirmen angehäuft zu haben.

Dem unternehmerischen Risiko folgend wird sich allerdings nicht jedes neue Unternehmen wie erhofft entwickeln oder sich produkttechnisch durchsetzen. Die Überlebensrate liegt dann doch eher im niedrigen zweistelligen Bereich. Daher kommt dem Auswahl- und Begleitprozess eine entscheidende Rolle zu. Da Frühphasenfinanzierungen enormen Summen an Zeit, Geld und Know-How verschlingen, sollte eine zielgerichtete Branchenauswahl getroffen werden. Das Management eines Venture Capital Fonds sollte zwingend seine diesbezügliche Expertise vorweisen und im besten Falle ähnlich gelagerte Firmenbegleitungen benennen können. Aus der Praxis heraus lässt sich die Beobachtung machen, dass Venture Capital Investments weniger an versiegenden Geldquellen, denn vielmehr am Know-How der geldgebenden Parteien scheitern.

Typischerweise ist es auch so, dass jungen Unternehmen nicht die gesamte in Aussicht gestellte Investitionssumme unmittelbar zur Verfügung gestellt werden, sondern üblicherweise nach vereinbarten Projektfortschritten, sog. Milestones, weitere Gelder abgerufen werden können. Dies bedingt ein gutes Cash-Management-System. Es sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass von Beginn an Nachfinanzierungsrunden eingeplant und sichergestellt werden.

Je breiter und unterschiedlicher der Investitionsfokus gefasst ist, desto stärker muss sichergestellt werden, dass durch eigenes Personal oder durch verlässliche Berater eine aktive Begleitung jedes einzelnen Start-Ups über einen längeren Zeitraum gewährleistet ist. Weiterhin kommt der Personalentwicklung, insbesondere auch die Fortbildung des Gründerteams, eine entscheidende Bedeutung zu. Venture Capital Investitionen sind daher keine klassische Geldanlage, sondern ein interdisziplinärer Ansatz verschiedener Teilbereiche, von dem der Finanzierungsbereich nur einer von vielen ist. Daher sollte diese Anlageklasse, die durchaus ihre Berechtigung hat und aus volkswirtschaftlicher Sicht wünschenswert ist, nur von erfahrenen Investoren bzw. anderweitig schon ausreichend diversifizierten Privatanlegern ins Auge gefasst werden. Denn das unternehmerische Risiko -bis hin zur Insolvenz- verwirklicht sich in diesem Bereich wesentlich stärker als in anderen Assetklassen.

 

LSI betreibt seit vielen Jahren ein umfangreiches Research zum Venture Capital Markt, welches im Login-Bereich abrufbar ist.

Anstatt Sachwertbeteiligung neu zu zeichnen, steht dem versierten Anleger ebenso die Möglichkeit offen, Anteile von bereits seit vielen Jahren laufenden Beteiligungen zu erwerben. Der Handel von und mit bereits emittierten Anteilen wird als sog. Zweitmarkt bezeichnet. Dem Grunde nach handelt es sich um einen Börsenplatz für Sachwertbeteiligungen, gleichwohl die Liquidität und das Handelsvolumen nicht mit einer Börse für Aktien oder Zertifikate vergleichbar sind, ansonsten nach den gleichen Prinzipien funktioniert. Ein Anleger hat hier die Möglichkeit sich viele Jahre nach der Erstemission an dem anvisierten Sachwert zu beteiligen. Dies bietet zum einen die Chance, die bisherige Entwicklung genaustens zu analysieren und einen realen Leistungsnachweis zu führen. Zum anderen werden über die Laufzeit die anfänglichen Kosten verdient

Investitionen am Zweitmarkt sind entweder durch einen direkten Eigenerwerb möglich oder aber mittelbar über Kapitalanlageprodukte in unterschiedlicher rechtlicher Ausgestaltung. Letztgenannte sind häufig sog. Zweitmarktfonds, die den Ankauf gebrauchter Beteiligungen für den Anleger zum Gegenstand haben. Dadurch wird allerdings auch eine zweite Kostenebene verursacht, gleichzeitig sinkt aber der eigene Verwaltungs- und Einkaufsaufwand. Bei der Auswahl von Zweitmarktprodukten sollte darauf geachtet werden, dass das Management über eine belastbare Auswahlexpertise und eine sehr gute Beteiligungsdatenbank sowie gute Zukunftswege verfügt. Da in den letzten Jahren der Wettbewerb rund um den Ankauf gebrauchte Fondsanteile härter geworden ist, braucht es kurze Entscheidungswege und eine hohe Abwicklungs- bzw. Reaktionsgeschwindigkeit. Erfolgsentscheidend ist jeweils eine sehr gute Datengrundlage und robuste Prognosefähigkeit über die Beteiligung.

Was die Preisfindung anbelangt, hat sich der Zweitmarkt in der Vergangenheit durchaus gemausert, ist allerdings bezüglich Transparenz, Research-Coverage, Liquidität und Marktbreite nicht mit einem konventionellen Börsenplatz vergleichbar. Nicht selten herrschen Informationsasymmetrien vor. Der am Zweitmarkt aufgerufene Preis ist daher lediglich eine Preisvorstellung des jetzigen Anteilsinhabers. Ob es sich hierbei um einen fairen Marktpreis handelt, kann aber noch nicht gesagt werden. Der angezeigte Preis ist also kein Hinweis auf ein vermeintliches Schnäppchen. 

Die faire Ermittlung eines Anteilspreises ist daher nur durch eingängiges Studium der letzten Geschäftsberichte, der Auswertung der zugrunde liegenden Miet-, Pacht- oder Charterverträge möglich als auch eine robuste Einschätzung des weiteren Verlaufs in den nächsten Jahren. Probleme in der Wertermittlung eines Fonds und dem Wert an sich ergeben sich immer dann, wenn der Datenraum nicht vollständig ist, die eigene Analysekapazität nicht ausreichen oder die Qualität des Fondsmanagement respektive des Treuhänders stark nachlassen.

Auch wenn der Zweitmarkt unbestritten ein sehr lukratives Anlageuniversum darstellt, so wird einem auch hier nichts geschenkt. LSI bezeichnet nicht umsonst Investitionen am Zweitmarkt als die Königsdisziplin der Kapitalanlage. Es bedarf schon einiges an gefestigtem Erfahrungswissen, einer umfassenden Marktkenntnis und eines sehr guten Datenraumes zu jedem einzelnen Zweitmarktangebot, um eine langfristig gesicherte Rendite zu erzielen. Andernfalls kann es auch passieren, dass man mit nachhaltig gesunkenen Kursen zu kämpfen hat. Der Eigenerwerb sollte daher ausschließlich geübten Investoren und mindestens semi-professionellen Investoren vorbehalten sein. Ein Privatanleger sollte daher auf ausgewählte Zweitmarktprodukte unter Beachtung obig genannter Kriterien zurückgreifen und die Königsdisziplin der Kapitalanlage nicht selber versuchen.

 

LSI betreibt seit vielen Jahren ein umfangreiches Research zum Thema Zweitmarkt, welches im Login-Bereich abrufbar ist.