Mit dem Ausbruch des Iran-Krieges wurden auch andere Länder im Nahen Osten in Mitleidenschaft gezogen. Dabei traten nicht nur die amerikanische-israelitische Feindschaft gegen den Iran offen zutage. Einmal mehr hat es gezeigt, dass die Länder rund um den Persischen Golf in einem Konkurrenz- und Animositätenverhältnis stehen. Nicht selten wollen sich einige Länder am liebsten gegenseitig auslöschen. Kleinere Staaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) geraten unweigerlich in das Schussfeld – im wahrsten Sinne des Wortes. Dass auch vor unbeteiligten Ländern nicht Halt gemacht wird, zeigt sich an den Angriffen gegen Infrastrukturanlagen in Kuwait und Bahrain oder auch gegen Wohn- und Hotelkomplexe in Dubai. Mit den Do-It-Yourself-Drohnen des Mullah Regimes aus Massenproduktion nimmt man kurzerhand die gesamte Nachbarschaft in Geiselhaft, um seiner Position Nachdruck zu verleihen. Dabei wurde die Schlagkraft des Irans von allen Beteiligten ganz offensichtlich unterschätzt. Ein seit 1979 agierendes und tief verzweigtes Regime kann man nicht einfach in venezolanischer Art über Nacht absägen. Die Hydra hat mehrere Köpfe, die einfach nachwachsen. Der Nahe Osten mit seinen religiösen Strömungen der Juden, Wahhabiten, Jesiden, Salafisten, Schiiten, und Sunniten gepaart mit Hegemonialbestrebungen einiger Länder war und ist ein Pulverfass. Über Jahre wurde das von einigen ausgeblendet. Insbesondere viele Expats, Auswanderer, Immobilienmakler und Steueroptimierer aus Europa wurden jetzt auf dem falschen Fuß erwischt. Ausgeblendet wurde, dass die meist muslimischen Länder ein autoritäres Regime besitzen. Gut lässt sich das auch an Dubai ablesen, wonach sich dort niedergelassene Influencer dazu verpflichten mussten, nur wohlwollend über das Emirat zu posten. Verständlich, denn man möchte das Geschäftsmodell Dubai mit seiner Geldwaschanlage gerne erhalten. Nur hat das mit Presse- und Meinungsfreiheit nichts zu tun. Für Menschen, die gemäßigte Temperaturen, abendländische Kultur, freie Religionsausübung oder historische Stadtbilder suchen ist Dubai ebenso wenig geeignet wie Mitglieder der LGTBQ-Community. Vieles im Nahen Osten beißt sich einfach mit dem westlichen Wertekanon. Die Aussendungen vieler Immobilienmakler und Dubai-Enthusiasten in den sozialen Medien greifen zu kurz. Stakkatoartige Aussendungen, dass Dubai funktioniert, sicher ist, Selektion angesagt ist und die Story weitergeht, helfen nicht weiter. Manche negieren sogar die Drohneneinschläge. Der Markt ist rund 30 % eingebrochen, das Überangebot an Immobilien und die aggressive Werbung und Posts in den sozialen Medien unübersehbar. Weder differenziert sich der Markt aktuell noch gibt es Opportunitäten: es gibt einfach ein großes Sicherheitsproblem in der Region, welches das kleine Dubai nicht lösen kann. Investitionen in Dubai gepaart mit steuerlichen Anreizen sind weiterhin eine Überlegung wert. Renditeerwartungen sollten aber unbedingt einen Aufschlag einpreisen, um das Risiko im Nahen Osten einzufangen. Denn Traum und Alptraum liegen bisweilen dicht beieinander und sollten tunlichst nicht ausgeblendet werden.
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