DER Minenräumer im Sachwert- und Finanzmarkt

Insolvenz MAP Ansparplan 4 von Steiner & Company

Ein weiterer trauriger Höhepunkt in der Causa Steiner & Company und den MAP-Fonds, die #lsisachwertanalyse seit Jahren begleitet und dort zur Aufdeckung vieler Ungereimtheiten maßgeblich mit beigetragen hat, ist der Insolvenzantrag vom 01.02.2023 über die Multi Asset Anspar Plan 4 240 GmbH & Co. KG beim AG Hamburg, Az. 67 g IN 32/23. Damit wird den Anleger dieses eigentlich 20 Jahre lang währenden Kapitalanlageproduktes nur noch ein Scherbenhaufen als Ergebnis von persönlicher Vorteilsnahme und Managementinkompetenz hinterlassen. Da laut letztem Portfoliobericht nur drei Beteiligungen an Wasserkraftwerken in Norwegen im Umfang von 65.000 € eingegangen wurden, mag die Insolvenz des Multi Asset Anspar Plan 4 den Schaden in Grenzen halten. Durch jahrelange forensische Arbeit hat sich #lsisachwertanalyse einen äußerst belastbaren Datenraum zusammengetragen, auch um Hintergründe besser zu verstehen. Diese große Wissensdatenbank fehlt naturgemäß dem Insolvenzgericht in Hamburg. Man muss kein Prophet sein um vorauszusehen, dass das Gericht den Anlegern keine Hilfe und insgesamt mit dem gesamten Vorgang hoffnungslos überfordert sein wird. Das ist für deutsche Insolvenzgerichte aber auch der Normalfall, wird die Verantwortung doch per Beschluss an einen Insolvenzverwalter abgegeben, der in aller Regel auch nur sein persönliches Fortkommen sucht. Leidtragend sind wieder einmal die Anleger. Deutschland ist auf Grund seiner maroden Strukturen ohnehin sehr anfällig für Geldwäsche und Kapitalanlagebetrug, obwohl durch (europäische) Gesetzesverschärfungen mittlerweile vieles auf einen guten Weg gekommen ist. Aber das Land ist noch lange nicht dort, wo es im internationalen Wettbewerb eigentlich stehen müsste. Es bleibt zu hoffen, dass der jetzige Geschäftsführer Hendrik Böhrnsen nicht wieder großspurig auftritt, wie er dies im Sommer letzten Jahres wegen eines kritischen Artikels der Wirtschaftswoche getan hat, die leider einige Inhalte über Steiner & Company wieder offline nehmen musste, und er die Insolvenz des Multi Asset Anspar Plan 4 als Erfolg verkauft. Etwas mehr Demut hätte Herrn Böhrnsen gut getan, den sein jetziger Insolvenzantrag ist durchaus als Beweis für das Managementversagen anzusehen. Auch als Marionette von Herrn Illya Steiner sollte man sich seines gesunden Menschenverstandes bemächtigen. Auch sollte man dafür beten, dass kein Dominoeffekt eintritt und weitere Fondsgesellschaften, möglicherweise aus Mutwilligkeit heraus oder um sich der Haftung zu entziehen, ebenfalls in die Insolvenz geschickt werden. Eine bittere Erkenntnis hat dieses Insolvenzverfahren wieder: in Deutschland braucht man weder Arbeiten noch Verantwortung übernehmen. Das erste regelt das Sozialamt mit Vollkaskoschutz, das letztere das Insolvenzgericht mit Ahnungslosigkeit. Beides mal ist man fein raus. Etwas Positives hat die Insolvenz dann doch. Dem Fonds fließen nunmehr keine weiteren Gelder zu und die „Verantwortlichen“, wenn man davon überhaupt reden kann, können kein weiteres Unheil anrichten. Denn wenn Steiner & Company eins über die Jahre bewiesen hat, dann das, dass sie Portfoliofonds nicht können. Amen.

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