DER Minenräumer im Sachwert- und Finanzmarkt

ESG-Immobilienschwindel und multifunktionale Gebäudenutzung

In etlichen Umweltstudien ist immer wieder nachzulesen, dass die Immobilienwirtschaft für rund 40 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Vergegenwärtigt man sich den großen Energieeinsatz für den Abbau von Rohstoffen und den noch größeren für die Herstellung von Baumaterialen wie Ziegeln, Zement und Stahl lassen sich derartige Studienergebnisse nachvollziehen. Und gebaut werden muss leider immer mehr, weil der Planet von immer mehr Menschen bevölkert wird, die irgendwie wohnen, arbeiten und versorgt werden müssen. Hinzu kommt in den gemäßigten Breiten und weiter Richtung der Pole der Aspekt der Gebäudeerwärmung. Ein weiterer großer CO₂-Verursacher und mittlerweile politisches Kernthema, lässt es doch gerade in Europa und insbesondere in Deutschland Immobilienwerte wie Eis in der Sonne schmelzen. Und nicht zu vergessen das Thema Bodenversiegelung. Oftmals werden hierbei Beton oder Teer großzügig vergossen, die Lebensraum für Tiere und Pflanzen zerstören, Oberflächenwasser verunreinigen und keinen weiteren Nutzen haben. Sinnvoller wären grasdurchlässige Riffelsteine oder Bodensolarpaneele oder Wärmeabsorptionssysteme zur weiteren Energienutzung. In großen europäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich oder auch Spanien wird immer noch viel zu viel Fläche- insbesondere für Parkraum- versiegelt. In kleineren Ländern wie den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Österreich oder der Schweiz wird der vorhandene Raum wesentlich effizienter und durchdachter genutzt. Das hängt auch damit zusammen, weil das Nahversorgungsangebot auf dem Lande konsequent im Ortskern angesiedelt wird. Den Raum teilen sich so Einzelhändler, Gastronomen, Ladensäulenbetreiber und die Gemeinde. Und gleichzeitig bleiben die Dörfer dadurch attraktive Lebensräume. In Deutschland hingegen wird oftmals am Ortseingang rechts ein weiterer Flachbau-Discounter auf die Wiese geklatscht und die Größe eines Fußballfeldes für Benzinkutschen gleich mit hinzu betoniert. Drittnutzung: keine. Flächenverbrauch: hoch. Flächeneffizienz: katastrophal. Revitalisierungsbedarf: hoch. Und das Ganze findet sich dann in einem Artikel-8/-9 Fonds wieder. Reine Anlegerverarschung. Es ist interessant festzustellen, dass heutzutage Einkaufs- und Fachmarktzentren, Baumärkte oder mondgroße Logistikhallen, nur weil die Fassade kürzlich grün angestrichen wurde oder der Eingangsbereich aus Holz gezimmert wurde, gleich so viel nachhaltiger sein sollen als früher. Zumal die Dächer allzu oft frei von Solarpaneelen und somit ungenutzt bleiben. Gerade in kleineren Ländern ist es gang und gäbe, effizienter, kompakter und durchdachter zu bauen. Die Idee der baulichen Integration und der Stadtquartiere im Gegensatz zur monofunktionalen Gebäudestruktur oder reinen Wohn- und Arbeitsquartieren ist hier viel stärker verbreitert. Eine vertikale Gebäudearchitektur kann Einzelhandels-, Büro-, Gastronomie- und Wohnflächen beherbergen, statt für jede Nutzungsart eine Baugrube auszuheben. #lsisachwertanalyse hat hierzu ein Positionspapier unter „Neustes Research“ verfasst.

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