DER Minenräumer im Sachwert- und Finanzmarkt

Deutschland – Mieterland – warum?

Dass Deutschland die niedrigste Wohneigentumsquote in Europa -abgesehen von den Schweiz- hat, ist hinlänglich bekannt. Da andere europäische Länder bei den Rahmenbedingungen und bei der Förderung von Wohneigentum wesentlich besser aufgestellt sind, ist auch das Medianvermögen höher als in Deutschland (ca. 71.000 €), da Immobilien einen beträchtlichen Wertanteil ausmachen. #lsisachwertanalyse ist den Gründen der niedrigen Eigenheimquoten unter Einbeziehung historischer und aktueller politischer Strömungen nachgegangen und blickt lösungsorientiert in Nachbarländer. Als maßgebliche Ursache für die niedrige Eigenheimquotenmisere ist seit rund 80 Jahren die deutsche Politik auszumachen. Zunächst ist die erhebliche Vernichtung von Geld- und Sachkapital einem größenwahnsinnigen Diktator geschuldet gewesen. In der Stunde Null musste auch der Immobilienbestand neu aufgebaut werden. Der schnell errichtete, preiswerte Mietwohnungsbau stand hier im Vordergrund. Auch im weiteren Verlauf der Geschichte wurde lieber der Schutz des Mieters ausgebaut, Sozialwohnungsbau gefördert, anstatt die Wohneigentumsbildung zu priorisieren. In der DDR war der sozialistische Mietwohnungsbau sowieso die Marschroute. Nach der Wiedervereinigung haben es Politik und Verwaltung nie geschafft, Baugesetzbücher zu entschlacken, Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und die (Neben-) kosten zu senken. Im Gegenteil: bis heute wurde die Lage durch immer weitere Vorschriften, Regularien, Verfahrensschritte und die Anhebung der Grunderwerbsteuer verschlimmert. In den Niederlanden wurden die Probleme beherzter angegangen: sämtliche Baugesetze und Vorschriften wurden entrümpelt und die Grunderwerbsteuer für die eigene Wohnimmobilie auf 2% ermäßigt. Junge Hauskäufer bis 35 Jahre zahlen gar keine Grunderwerbsteuer mehr. Schließlich sind selbst genutzte Immobilien ein wichtiger Vermögens- und Rentenbaustein. Man entzieht sich weiter steigenden Mietpreisen und wohnt selbstbestimmt und zufriedener. Die homöopathische Förderung der Politik über Zuschüsse zum Bausparen waren angesichts der Preissteigerungen auf dem Wohnimmobilienmarkt in den letzten 15 Jahren ein Tropfen auf den heißen Stein. Engagiert nachgebessert wurde hier nie und das Förderchaos der letzten Jahre bei den KfW-Mitteln eine weitere Belastungsprobe. Des Weiteren ist Bauen in Deutschland viel zu teuer geworden. Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft (ZIA) weist darauf hin, dass 40 % der Kaufpreise für Immobilien auf direkte staatliche Abgaben, Bauanforderungen, Energievorschriften und Bürokratie zurückzuführen sind. Die Politik verhindert also die Eigentumsbildung. Vielmehr und nahezu ausschließlich wird auf die umlagenfinanzierte gesetzliche Rente gesetzt und nicht die obligatorische Betriebsrentenkarte wie in der Schweiz, die schwedische Aktienbeteiligungskarte oder eben die starke osteuropäische Eigenheimkarte spielen. In einem früheren Beitrag wurde bereits darauf hingewiesen, dass das deutsche Rentensystem bereits im Implosionsmodus angekommen ist und nur noch durch horrende Steuerzuschüsse und permanente Leistungsabsenkungen vor dem Systemkollaps bewahrt wird. Neben der starken Verteuerung von Immobilienkrediten schrecken neuerdings auch ideologisch verblendete Energiedebatten viele Menschen vom Eigenheimkauf ab. Zudem müssen Eigentümer außerhalb der Ballungszentren gerade tatenlos dem Wertverfall ihrer Immobilien als Folge des Habekschen Theaters zusehen. Demoralisiert fragen sich viele, warum man angesichts dieser politischen Unsicherheiten und einer der höchsten Steuer- und Abgabenquoten weltweit sich dann noch ein Eigenheim vom Munde absparen soll, wenn doch das Amt im Alter eine Mietswohnung vollständig übernimmt und die Politik Immobilienwerte zu vernichten weiß. Und so wird die Quote niedrig bleiben. Gute Lösungsansätze gäbe es gleich hinter der Grenze: allein es fehlt der politische Wille – wie seit 80 Jahren.

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