Wenn Beschlussfassungen von Fondsgesellschaften anstehen, empfiehlt es sich genau hinzuschauen. Insbesondere bei solchen Vorgängen, die die Auflösung eines Fonds zum Gegenstand haben. Denn hier schlagen meist üppige Verkaufs- und Liquidationskosten zu Buche, die die Rendite der Anleger schmälern. Selbst wenn Anleger mit einem guten Verkaufsgewinn nach Hause gehen sollen, ist es interessant zu wissen, was sich das Management und Dienstleister vorher einbehalten möchten. Oder sich im Rahmen eines Verkaufsbeschlusses von den Anlegern (zusätzlich) genehmigen lassen wollen. Aktuell steht der Verkauf des Hotel Adlon, ein Objekt des FUNDUS FONDS Nr. 31 GmbH & Co. KG, für mindestens 280 Mio. € zum Beschluss. Die HTB Gruppe aus Bremen, die ebenfalls an dem Fonds beteiligt ist, hat einmal kritisch nachgerechnet und die Beschlussfassungen über den Verkauf in Frage gestellt. Dankenswerterweise hat sie dieses Ergebnis LSI Sachwertanalyse zur Verfügung gestellt. Daraus geht sehr deutlich hervor, dass Anleger nicht nur über einen Verkauf von mindestens 280 Mio. € abstimmen, was den Anleger einen Liquidationserlös von rund 80 % einbringen würde, sondern auch über Gebühren von mindestens 21,4 Mio. €. Brisant dabei ist, dass etwa 16,8 Mio. € an Firmen und Personen aus dem Umfeld des Fondsinitiators Anno August Jagdfeld gehen. Herr Jagdfeld ist leider in der Branche dafür bekannt, stringent eigene monetäre Interessen zu verfolgen. Interessant ist ebenso, dass die Marken- und Namensrechte am Namen „Adlon“ nicht mit verkauft werden, sondern die Familie Jagdfeld weiter behält und vermarktet, ohne dass die Anleger davon partizipieren. Daher sollte es aus Sicht von LSI vor dem Verkaufsbeschluss zunächst eine Aussprache geben, zumal einige Kostenpositionen nicht im Gesellschaftsvertrag geregelt sind und manche Punkte durchaus diskussionswürdig sind. Die Anleger des Adlon Hotels täten gut daran, während des Verkaufsprozesses nunmehr genau hinzuschauen. Aber nicht nur beim Verkauf, sondern auch bei Fondszeichnungen sollte man genau hinschauen. Denn auch hier lauern Stolpersteine, die ausgeräumt werden sollten. In einer aktuellen Vergleichsanalyse hat sich LSI Sachwertanalyse dem Hahn Pluswertfonds 187 genähert und genauer hingeschaut. Auch wenn die Standortrahmenbedingungen passen, so gibt es doch Gesprächsbedarf bei den initialen und laufenden Kosten, den ungenügenden Rückstellungen, der Beteiligung des Ankermieters und dem hohen Einkaufsfaktor auf Fondsebene. Auch hier täten die Anleger gut daran, dass Management vorher ins Kreuzverhör zu nehmen. Über Jahre genau hingeschaut hat LSI Sachwertanalyse bei der Deutschen Finance Group, als etliche Marktteilnehmer noch überschwänglich von dem Haus berichteten. Die Einschläge kommen mittlerweile näher und das Management bestätigt erste (Total-) Verluste sowie die Bedenken in den LSI Sensibilisierungslisten. An derartigen Beispielen zeigt sich, dass sich genaues Hinschauen lohnt. Es vermeidet böse Überraschungen und schützt gar vor Verlusten.
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